Bienen - Bienenhonig

-  VARROA-BEHANDLUNG  -

Bei meinen Bienenvölkern wende ich zur Varroa-Behandlung die im Folgenden beschriebene, übliche und weit verbreitete Methode an:

Ab Mitte Juli/Anfang August, nach den Abräumungen, behandle ich meine Völker zweimal im Abstand von 11 Tagen mit Ameisensäure (70%).
Ab Mitte Oktober, wenn die Völker brutfrei sind und die Aussentemperatur mindestens 10°C beträgt, behandle ich die Bienenvölker mit einem Oxalsäure-Verdampfer.

Oxalsäure

Die Oxalsäure ist ein sicheres und einfach anzuwendendes Mittel zur Behandlung der Varroatose. Sie bildet keine Rückstände in Wachs und Honig und ist bienenverträglich.

Nichtsdestotrotz ist Oxalsäure ein toxisches Mittel und kann bei unsachgemässer Verwendung die Gesundheit gefährden. Deshalb darf Oxalsäure nur unter streng eingehaltenen Sicherheitsvorkehrungen angewendet werden. Eine einfache Staubschutzmaske genügt nicht. Auch in gut belüfteten Räumen ist ein genügender Atemschutz zu verwenden. Zudem sollten für die Behandlung Schutzhandschuhe getragen werden.

Integriertes Behandlungskonzept gegen die Varroamilbe

  1. Ermittlung der Befallsstärke

  2. Drohnenbrutschneiden

  3. Ableger bei Wirtschaftsvölkern

  4. Behandlung mit Ameisensäure

  5. Behandlung mit Oxalsäure

Ein effektives und effizientes Konzept zur Behandlung der Varroose bei Wirtschaftsvölkern ist die Kombination von biotechnischen und chemischen Behandlungsverfahren. Diese Vorgehensweise wird als integriertes Behandlungskonzept bezeichnet. Im Wesentlichen unterscheidet man drei Zeitabschnitte des Bienenjahres: Frühjahr, Spätsommer und Herbst. Jeder Abschnitt erfordert ein anderes, angepasstes Behandlungsverfahren. Davon ausgehende umfasst das integrierte Behandlungskonzept fünf Schritte.

Grundlegend ist die Erkenntnis, dass die Behandlung gegen die Varroamilbe nicht eine einmalige Massnahme darstellt, sondern kontinuierliche Aufmerksamkeit und Aktivität erfordert. Die Varroamilbe ist existent und lässt sich nicht ausrotten. Die Bekämpfung der Milbe erfordert permanente Wachsamkeit und Gegenwehr.

Beim integrierten Behandlungskonzept erfolgt die Auswahl der Methoden nach den folgenden Kriterien: Rückstandsfreiheit in Honig und Wachs, hohe Effektivität und vertretbarer Aufwand.

Bei Jungvölkern, wie Ablegern und Kunstschwärmen, kann eine vom integrierten Konzept abweichende, individuell angepasste Behandlung erfolgen, da nicht zwingend Rücksicht auf die Produktion von Honig genommen werden muss.

Ableger bei Wirtschaftsvölkern

Nach der ersten Honigentnahme ersetze ich bei jedem Volk drei verdeckelte Brutwaben und eine Brutwabe mit eintägiger Brut durch Mittelwände. Dadurch kann eine hohe Anzahl an Varroamilben entfernt und das Volk entlastet werden.

Behandlung mit Ameisensäure

Direkt nach der letzten Honigernte kann und sollte die Varroamilbe bei den Wirtschaftsvölkern mit chemischen Wirkstoffen bekämpft werden. Der Einsatz des Wirkstoffes beginnt Ende Juli oder Anfang August.

Bei den Wirtschaftsvölkern ist zu dieser Zeit noch Brut vorhanden. Daher muss ein Wirkstoff, welcher auch während der Brutzeit wirksam ist, gewählt werden. Diesem Kriterium entsprechen unter anderem Ameisensäure und Präparate auf Basis ätherischer Öle. Ich bevorzuge die 70-prozentige Ameisensäure, da diese die Varroamilben und ihre Nymphenstadien direkt in den verdeckelten Brutzellen erreicht. Richtig dosiert schädigt die Ameisensäure die Honigbienen und ihre Brut nicht und bildet keine Rückstände. Des Weiteren kann die Behandlung mit der Ameisensäure mit einem vertretbaren Arbeitsaufwand durchgeführt werden. Die Behandlung mit der Ameisensäure sollte zweimal durchgeführt werden. Das erste Mal im Zeitraum von Ende Juli bis Anfang August, nach der Honigentnahme. Die Wiederholung findet Ende August oder Anfang September statt, um Varroamilben, welche in Folge der Reinvasion in die Völker gelangen, zu eliminieren.

Folgendes sollte unbedingt beachtet werden: Bienen besitzen eine grössere Fähigkeit die Säure im Organismus abzupuffern und können diese schneller im Stoffwechsel abbauen als die Varroamilben. Einzelne tote Bienen und Schäden im Brutnest können aber trotzdem nicht ausgeschlossen werden. Die Schäden bleiben aber in ihrem Umfang gering, sofern die Ameisensäure nicht überdosiert wird. Es gilt also nicht das Motto "viel hilft viel", sondern das Motto "zu viel schadet". Dies gilt insbesondere für Jungbienen, welche sich in der Schlupfphase befinden. Diese sind gegen die Dämpfe der Ameisensäure empfindlich. Die Konzentration der Ameisensäure wird im Wesentlichen von der Aussentemperatur und der relativen Luftfeuchtigkeit bestimmt. Die Mindesttemperatur für die Anwendung beträgt 12°C und die relative Luftfeuchtigkeit sollte nicht zu hoch sein. Je höher die relative Luftfeuchtigkeit ist, desto gesättigter ist die Luft. Je gesättigter die Luft im Verdunstungsraum ist, desto geringer ist die Verdunstungsmenge an Ameisensäure und damit die Ameisensäure-Konzentration in der Bienenbeute.

Falls die Mindesttemperatur aufgrund kalter Nächte und geringer Tagestemperatur Ende August/Anfang September nicht erreicht wird, kann es nach einer Spättracht zu Problemen bei der Wirksamkeit der Anwendung kommen. Bei Aussentemperaturen über 25°C sollte die Anwendung ebenfalls nicht erfolgen. Eine zu hohe Temperatur kann zu einem zu hohen Dampfdruck und damit zu einer zu hohen Konzentration im Volk führen. Dies führt zu erhöhten Bienenverlusten oder veranlasst sogar beim Bienenvolk, um sich zu retten, die Flucht aus der Beute.

Befallene Drohnenpuppe

Varroa-Behandlung mit FAM-Dispenser und Ameisensäure

Behandlung mit dem Oxalsäure-Verdampfer

Die Behandlung mit Oxalsäure findet als letzter Schritt des integrierten Behandlungskonzeptes gegen die Varroamilbe ab Ende Oktober bis Anfang Dezember statt. Aufgrund des Behandlungszeitraums spricht man auch von der Winterbehandlung. Die Oxalsäure dringt dabei nicht in die verdeckelten Brutzellen ein. Das Volk muss unbedingt brutfrei sein, damit die Behandlung effektiv wirkt. Im November beendet das Volk im Normalfall die Brut und tritt in die Winterruhe ein. Trotzdem sollten die Bienenvölker vor der Anwendung auf Brutaktivitäten kontrolliert werden. Bei einem milden Winterverlauf kann sich die Brutphase bis in den Monat Dezember hineinziehen. Schliesslich gilt es zu beachten, dass die Bienenvölker bei der Behandlung mit dem Oxalsäure-Verdampfer so wenig wie möglich gestört werden sollten.

Oxalsäure-Verdampfer

Varroa-Behandlung mit Oxalsäure