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Varroa-Bekämpfung (Meine Methode)
 

Ab Mitte Juli, Anfang August, nach den Abräumungen, behandle ich meine Völker 2mal im Abstand von 11 Tagen mit Ameisensäure (70%).
Ab Mitte Oktober, wenn die Völker brutfrei sind und die Temperatur mindestens 10°C beträgt, behandle ich die Bienenvölker mit einem Oxalsäure-Verdampfer.

    

    
 Oxalsäure-Verdampfer                                          Dispenser FAM (Ameisensäure)


Oxalsäure
Die Oxalsäure ist ein sicheres und einfach anzuwendendes Mittel zur Bekämpfung der Varroatose.
Sie bildet keine Rückstände in Wachs und Honig und ist bienenverträglich.
(Deutsches Bienen Journal, Ausgabe Nr.1804 vom 19.07.1999)


Oxalsäure oder Sauerkleesalz ist hochgiftig!

Achtung: Oxalsäure ist ein stark toxisches Mittel (Gift) und kann bei unsachgemässer Verwendung Ihre Gesundheit gefährden!

Bitte Oxalsäure nur unter streng eingehaltenen  Sicherheitsvorkehrungen verwenden!

Eine einfache Staubschutzmaske genügt hier nicht!

(Darum: Sogar in gut belüftetem Raum Atemschutz und eventuell Schutzhandschuhe verwenden!)

 

Integriertes Behandlungskonzept gegen die Varroamilbe

1. Ermittlung der Befallsstärke

2. Drohnenbrutschneiden

3. Ableger bei Wirtschaftsvölkern

4. Behandlung mit Ameisensäure

5. Behandlung mit Oxalsäure

 

Ein effektives und effizientes Konzept zur Behandlung der Varroose in Wirtschaftsvölkern ist die Kombination von biotechnischen und chemischen Behandlungsverfahren. Diese Verfahrensweise wird als Integriertes Behandlungskonzept bezeichnet. Im Wesentlichen sind drei Zeitabschnitte des Bienenjahres zu unterscheiden: Frühjahr, Spätsommer und Herbst. Jeder Abschnitt erfordert ein anderes, angepasstes Behandlungverfahren. Entsprechend umfasst das integrierte Behandlungskonzept fünf Schritte.

Ganz wichtig ist zu erkennen, dass die Behandlung gegen die Varroamilbe nicht eine einmalige Massnahme ist, sondern kontinuierliche Aufmerksamkeit und Aktivität erfordert. Die Varroamilbe ist da und lässt sich nicht ausrotten. Die Milbe ist eine permanente Aufforderung zur Wachsamkeit und Gegenwehr.

Die Auswahl der Methoden für das Integrierte Behandlungskonzept erfolgt nach den Kriterien Rückstandsfreiheit in Honig und Wachs, hohe Effektivität und vertretbarer Aufwand.

Bei Jungvölkern, wie Ablegern und Kunstschwärmen, kann eine vom Integrierten Konzept abweichende, individuell angepasste Behandlung erfolgen, da keine Rücksicht auf die Produktion von Honig genommen werden muss.

 

Ableger bei Wirtschaftsvölkern

Nach der ersten Honigentnahme ersetzte ich bei jedem Volk drei verdeckelte Brutwaben und eine Brutwabe mit eintägiger Brut durch Mittelwände. Hierdurch können möglichst viele Varroamilben entfernt und das Volk dadurch entlastet werden.

 

Behnadlung mit Ameisensäure

Direkt nach der letzten Honigernte kann und sollte die Varroamilbe mit chemischen Wirkstoffen in den Wirtschaftsvölkern bekämpft werden. Der Einsatz des Wirkstoffes kann Ende Juli oder Anfang August beginnen.

In den Wirtschaftsvölkern ist zu dieser Zeit noch Brut vorhanden. Daher muss ein Wirkstoff, der auch während der Brutzeit vollständig wirksam ist, gewählt werden. Nach diesem Kriterium kommen nur Ameisensäure und die Präparate auf Basis der ätherischen Öle in Frage. Ich bevorzuge die 70%ige Ameisensäure, da die Ameisensäure die Varroamilben und ihre Nymphenstadien direkt in den verdeckelten Brutzellen erreicht. Richtig dosiert schädigt die Ameisensäure die Honigbienen und ihre Brut nicht und bildet keine Rückstände. Desweiteren kann die Behandlung mit der Ameisensäure mit einem vertretbaren Arbeitsaufwand durchgeführt werden. Die Behandlung mit der Ameisensäure sollte zweimal durchgeführt werden, das erste Mal im Zeitraum Ende Juli bis Anfang August, nach der Honigentnahme. Eine Wiederholung sollte Ende August oder Anfang September erfolgen, um Varroamilben, die in Folge der Reinvasion in die Völker kommen, abzutöten.

Folgendes sollte unbedingt beachtet werden: Bienen besitzen eine grössere Fähigkeit die Säure im Organismus abzupuffern und können sie schneller im Stoffwechsel abbauen als Milben. Einzelne tote Bienen und Schäden im Brutnest können nicht ausgeschlossen werden. Die Schäden bleiben aber in ihrem Umfang gering, wenn nicht überdosiert wird. Hier gilt nicht das Motto "Viel hilft viel", sondern viel eher das Motte "Ein zuviel schadet". Speziell Jungbienen in der Schlupfphase sind empfindlich gegen die Dämpfe der Ameisensäure. Die Konzentration der Ameisensäure wird wesentlich von der Aussentemperatur und der relativen Luftfeuchtigkeit bestimmt. Die Mindesttemperatur für die Anwendung beträgt dabei 12°C und die relative Luftfeuchtigkeit sollte nicht zu hoch sein. Je höher die relative Luftfeuchte desto gesättigter ist die Luft. Je gesättigter die Luft im Verdunstungsraum ist, desto geringer ist die Verdunstungsmenge an Ameisensäure und damit die Ameisensäure-Konzentration in der Bienenbeute. Nach einer Spättracht kann es zu Problemen mit der Wirksamkeit der Anwendung kommen, falls die Mindesttemperatur aufgrund kalter Nächte und geringer Tagestemperatur Ende August/Anfang September nicht erreicht wird. Bei Temperaturen über 25°C soll die Anwendung ebenfalls nicht erfolgen. Eine zu hohe Temperatur kann zu einem zu hohen Dampfdruck und zu einer zu hohen Konzetration im Volk führen. Dadurch kann es zu erhöhten Verlusten an Bienen kommen oder das Volk rettet sich und verlässt die Beute.

 

Behnadlung mit Oxalsäure-Verdampfer

Die Behandlung mit Oxalsäure findet als letzter Schritt des "Integrierten Konzeptes" abe Ende Oktober bis Anfang Dezember statt. Man spricht daher auch von der Winterbehandlung. Die Oxalsäure dringt nicht in die verdeckelten Brutzellen ein. Das Volk muss brutfrei sein, damit die Behandlung effektiv sein kann. Im November sollte das Volk die Brut beenden und in die Winterruhe gehen. Trotzdem sollten Sie vor der Anwendung das Volk auf Brutaktivitäten kontrollieren. Bei einem milden Verlauf des Winters kann die Brutphase sich bis in den Dezember hineinziehen. Bei der Behnadlung mit dem Oxalsäure-Verdampfer sollte das Volk so wenig wie möglich gestört werden.