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Honig - ein Lebenselexier


Produkte aus dem Bienenvolk

Auch wenn uns ein frisches Honigbrötchen zum Frühstück noch so gut schmeckt, die Biene hat sich nicht uns zum Gefallen die Mühe gemacht, den süssen Nektar in zahllosen Flügen zu sammeln und in den Stock zu schaffen. Und das gilt natürlich für die anderen Produkte aus dem Bienenvolk - wie Pollen, Propolis und Gelee Royale genauso. Im folgenden nun einige Informationen zu den Fragen, wozu diese Produkte den Bienen selbst dienen und wieso wir Menschen sie so schätzen:

Blütenpollen

Die Blütenpollen werden in den Vorratszellen der Waben gelagert, und zwar vorwiegend immer eine Pollensorte pro Wabenzelle. Sie dienen den Ammen und den älteren Larven als Nahrung. Der ausgiebige Pollengenuss ist vermutlich dafür verantwortlich, dass ab dem 6. Lebenstag die "Milchdrüsen" der Bienen aktiv werden und den Futtersaft für die Königin und die kleinen Larven - das Gelee Royale" produzieren. Blütenpollen enthalten viele Mineralstoffe, Vitamine und Eiweiss. Schon deshalb ist er auch für den Menschen sehr nahrhaft.

Gelee Royale

Das Gelee Royale (auch Weiselsaft genannt) ist vor allem das Futter für die Königin. Es ist der Grund dafür, dass sich aus einer einfachen befruchteten Eizelle keine Arbeitsbiene, sondern die größere und fortpflanzungsfähige Königin entwickelt. Die Königin wird ihr ganzes Leben lang mit Gelee Royale gefüttert, die gewöhnlichen Bienenlarven werden wie gesagt nach drei Tagen auf "Diät" gesetzt. Gelee Royale ist für die Bienen eine wahre Kraftnahrung. Es enthält sehr viele Mineralstoffe, Eiweiss, Fette, Zucker, eine ganze Reihe von Vitaminen und Bienenhormonen.

Propolis

Propolis oder Kittharz braucht die Biene zur Gesundheitsvorsorge. Sie stellt es aus dem Harz bestimmter Bäume und eigenen Fermenten her. Mit diesem Kittharz schützt sie ihren Stock vor Krankheitserreger, denn es wirkt wie ein natürliches Antibiotikum oder Desinfektionsmittel gegen Bakterien, Viren und Pilze. Die konservierende Wirkung dieses Propolis haben schon die alten Ägypter geschätzt, denn sie nutzten es zum Einbalsamieren ihrer Mumien.
Die Bienen kleiden mit Propolis ihren ganzen Stock aus, sie verengen das Flugloch damit und machen es auf diese Weise zudem wetterfest. Und auch Fremdkörper oder Kadaver von Eindringlingen, die im Stock gefunden werden, überzieht die Biene in mühevoller Arbeit mit dem desinfizierenden Harz. Damit ist das Propolis das wertvollste und wichtigste Hygienemittel der Bienen. Es besteht im wesentlichen aus Harzen, Wachs, Ölen und unlöslichen Bestandteilen. Ausserdem enthält es wertvolle Spurenelemente (z.B. Zink, Eisen und Kupfer) und Vitamine (z.B. Vitamin B und E).

Honig

Den Honig braucht die Biene vor allem, um ihre Vorratskammern für den Winter zu füllen. Ausserdem wird er in Verbindung mit Pollen als Bienenbrot an die älteren Larven und die Drohnen verfüttert. Die Nektarsammlerin selbst verbraucht während ihrer Flüge nur wenig - etwa zehn Prozent - des süssen Saftes, den sie durch ihren Rüssel in die Honigblase saugt. Dort wird der Nektar durch die bieneneigenen Fermente veredelt und konzentriert.
Rund 60.000 Ausflüge, während derer die Bienen etwa drei bis fünf Millionen Blüten anfliegen, sind nötig, um den Nektar für ein Kilogramm Honig zu sammeln. Aber nicht nur deshalb sollten Sie, wenn Sie das nächste Mal in ein Honigbrot beissen, das mit besonderem Genuss tun. Denn Honig ist auch wegen seiner Inhaltsstoffe ein ganz besonderes Produkt.
Er ist nämlich nicht nur Kalorienspender wie der Zucker, sondern er besitzt einen Fächer von Enzymen, Vitaminen, Mineralstoffen, Säuren, Eiweisssubstanzen, Botenstoffen, Gerbstoffen und eine ganze Zahl von antibakteriellen Wirksubstanzen. Und deshalb ist ein Butterbrot eben doch was anderes, auf das man Honig streicht als wenn man nur Zucker darauf streut, das gilt genauso für Getränke.
Darum dient Honig auch nicht nur der Ernährung, denn die antibakteriellen und heilenden Wirkungen kann man ebenso für die eigene Gesundheit nutzen.

Qualität von Honig

Auf den ersten Blick lässt sich natürlich nicht so einfach erkennen, ob es sich um einen echten Qualitätshonig handelt oder um ein minderwertiges Produkt, in dem Enzyme und andere wertvolle Inhaltsstoffe längst ihre Wirkung verloren haben. Beim Backen und Kochen kommt es zwar nicht so sehr darauf an, die beste Sorte Honig zu verwenden, denn durch Erhitzen gehen sowieso viele Enzyme und Aromastoffe verloren. Wer den Honig aber pur geniessen will oder gar seine heilende Wirkung nutzen möchte, der sollte ihn nicht über 40°C erhitzen, denn sonst können einige der wertvollen Enzyme Schaden leiden, die Enzymaktivität bestimmt aber die Qualität des Honigs. Dies ist auch das Problem mancher Importhonige. Honig neigt nämlich dazu, mit der Zeit zu kristallisieren, das geschieht nicht nur im Honigglas, sondern auch in den großen Honigfässern, mit denen er per Schiff importiert wird. Er kommt dann häufig in ziemlich festem Zustand an und wird erwärmt, damit er zum Abfüllen in Gläser wieder flüssig wird. Wenn die Temperatur dabei nicht ganz vorsichtig und präzise geführt wird, dann können wertvolle Inhaltsstoffe zerstört werden. Leider kann man das dem Honig nicht ansehen, und auch vom Geschmack her ist das schwierig festzustellen. Trotzdem gibt es Qualitätskriterien, die sogar messbar sind. Als erstes ist schon die angesprochene Enzymaktivität zu nennen, das ist ein wesentliches Kriterium für die Naturbelassenheit. Das zweite ist der sogenannte HMF-Wert, auf deutsch ist das ein Zungenbrecher, Hydroxymethylfurfural, ein Zuckerabbauprodukt, welches etwas darüber aussagt, ob ein Honig wärmegeschädigt ist oder nicht. Je niedriger dieser Wert, um so besser. Leider steht das alles nicht auf den Etiketten drauf, deshalb hat es der Verbraucher schwer, gute Qualität auszumachen.