zurück  weiter

Erster Ausflug

Im Februar sollte der Imker sich noch in Geduld üben und die Bienenvölker nicht belästigen - allerdings sollte man sie bei ungenügender Futterversorgung lieber stören, als sie verhungern zu lassen. Bei ausreichenden Temperaturen starten die Bienen zu ihrem Reinigungsflug.
Im Februar kann es der Imker kaum noch erwarten, wieder zu den Bienen zu gehen und den Geruch des Bienenstocks nach Wachs und Honig riechen zu können. Doch sollte er sich noch ein wenig gedulden, bevor er die Bienenvölker belästigt. Wenn es die Temperaturen zulassen, schreitet die Entwicklung der Vegetation voran. Immer mehr Pflanzen, wie Krokusse, Schneeglöckchen, Winterlinge oder Weiden , erblühen und bieten den Bienen und anderen Insekten Pollen und Nektar an. Es kann aber ständig wieder zu Kälteeinbrüchen mit oder ohne Schnee kommen, bei denen die Bienen nicht mehr aus dem Stock fliegen können. Das macht ihnen nichts aus, wenn die Phasen nicht zu lange andauern.                                                                               Die Bienen sammeln nun nicht nur Pollen und Nektar, sondern auch Wasser, um den Pollen und das Winterfutter zu verarbeiten.                                                                     Im Februar gibt es noch nicht viel bei den Bienen zu tun. Bei genügender Einfütterung im Herbst leiden die Völker keinen Hunger. Da der letzte Herbst aber bis in den November hinein sehr mild war, abgesehen von einer kurzen Kälteperiode im Spätherbst, sind die Bienen sehr lange geflogen und haben teilweise auch noch lange gebrütet. Dadurch bedingt hatten manche Völker einen erhöhten Futterverbrauch. Indem man die Völker hinten am Boden anpackt und leicht nach vorne kippt, kann man ihr Gewicht abschätzen. Es ist zu beachten, dass die Völker noch mindestens zwei Monate ohne grosse Tracht auskommen müssen. Meint man, die Völker brauchen noch Futter, bekommen sie einen angemessenen Batzen kristallisierten oder cremigen Blütenhonig unter den hohlen Deckel auf die Rähmchen geschmiert. Die Bienen nehmen den Honig auch bei kaltem Wetter auf. Natürlich brauchen die Bienen noch ihre Ruhe, aber ich störe sie lieber, als sie verhungern zu lassen.              Sonst muss man bei den Bienen - ausser eventuell zu füttern - noch nichts machen.      Man kann sie ruhig sich selbst überlassen.                                                                      Die Völker haben nun durchschnittlich 12'000 Bienen. Die Bienenanzahl in den Völkern reicht von 5'000 bis 25'000, je nach Standort und Imker.

Erstes Brutnest  
Im Allgemeinen beginnen die Bienen spätestens jetzt mit dem Brutgeschäft, das sie nur noch bei länger andauernder Kälte einschränken oder wieder unterbrechen. Erst werden nur kleine Wabenflächen auf wenigen Waben bebrütet, später mit ansteigenden Temperaturen immer grössere. Wenn die Bienen keinen Brut pflegen und die Aussentemperaturen unter 6 °C liegen, sitzen die Bienen in der Wintertraube und die Temperatur in deren Innern beträgt ca. 20 °C. Diese konstante Temperatur vermögen die Bienen dadurch zu halten, dass sie ihre Flugmuskulatur ohne Flügelschlag bewegen. Die Temperatur wir auf jeden Fall eingehalten und durch ein ausgeklügeltes System von Lüftungskanälen erreicht. Je kälter es ist, desto enger ist der Sitz der Wintertraube und desto geringer ist der Wärmeverlust.                               Bei Brutfreiheit verbrauchen die Bienen nur einen Bruchteil des Futters, das sie benötigen, wenn sie brüten. Als Faustregel kann man sagen, dass die Völker von Oktober bis Februar jeweils ein Kilogramm Futter verbrauchen, im März und April, wenn das Brutgeschäft rapide ansteigt, jeweils ca. 4 bis 5kg. Sobald die Bienen mit dem Brüten anfangen, müssen sie die Temperatur auf ca. 35 °C erhöhen. Die Wärme gewährleistet eine gleichmässige Entwicklung der Bienenbrut.

Reinigungsflug
Wenn es die Aussentemperatur zulässt, etwa zwischen 10 °C und 12 °C (je nachdem ob das Flugloch von der Sonne beschienen ist oder nicht), fliegen die Beinen zu ihrem ersten Reinigungsflug aus.                                                                                               Wenn längere Zeit mildes Klima herrscht, räumen die Bienen den Wintertotenfall aus dem Stock. Die toten Bienen werden dann oft nur vors Flugloch geräumt. Der Wintertotenfall sagt nichts über den Gesundheitszustand eines Volkes aus. Der Wintertotenfall ist eine ganz natürliche Erscheinung. Er kann aber auch fast ganz unterbleiben, das ist von Volk zu Volk unterschiedlich.

Fliegt ein Volk bei Flugwetter nicht, so kann es sein, dass es nicht mehr lebt. Hier war die Ursache die Varroose. Die meisten Bienen sind abgeflogen, nur ein paar tote Bienen, die erfroren sind, verblieben noch im Stock.